3 Gründe, warum Erwachsene mehr Sandburgen bauen sollten

Es war ein kalter Wintermorgen. Zusammen mit meiner Freundin ging ich am Strand in Kühlungsborn spazieren, als wir einem Vater begegneten, der zusammen mit seinem Sohn – trotz der klierenden Kälte – eine Sandburg bauen wollte. Während ich darüber nachdachte, wie faszinierenden Sandburgen sind, kam mir die Idee einen Artikel darüber zu schreiben. „Du und deine verrückten Ideen“, sagte Saskia zu mir, nachdem ich ihr von der Idee erzählte hatte. 

Während wir weiter am Strand spazieren gingen, dachte ich darüber nach, was am Sandburgen bauen so faszinierend war. Dabei ging ich nicht nur all die zahlreichen Strandurlaube meiner Kindheit durch, sondern recherchierte auch, was es spannendes zu dem Thema gibt. Schließlich fand ich heraus, dass es bereits 1885 auf Sylt erste Postkarten gab, die den Strand von Westerland mit zahlreichen „Kleckerburgen“ zeigten.

Mittlerweile ist der Strandspaziergang über ein halbes Jahr her und doch hat mich das Thema nicht losgelassen. Ich habe nach Parallelen zu meinen beruflichen, aber auch privaten Aktivitäten gesucht und mich gefragt, was mich daran so fasziniert. Warum wollte ich als Kind immer Sandburgen bauen – und was kann ich als Erwachsener aus der Zeit lernen?!

Folgende drei Gründe habe ich für mich identifiziert, warum ich mich wieder mehr dem Bauen von Sandburgen widmen sollten:

Einfach drauf los: Sandburgen bauen fördert die Kreativität

Ein weißer Sandstrand ist wie ein leeres Blatt Papier: er bietet viel Fläche, um auf kreative Art und Weise neue Ideen zu entwickeln. In der Start-up Szene würde man sagen: „Starting from scratch“.

Doch Sandburgen bauen fördert nicht nur die Kreativität, sondern regt gleichzeitig auch die Phantasie an. Gerade im Erwachsenenalter tuen wir gut daran unser über die Jahre hinweg aufgebautes „Tag ein, Tag aus“ zu durchbrechen und uns daran zu erinnern wie spannend es ist, etwas von Grund auf neu zu bauen. Vor allem gegen Sätze wie „Das haben wir schon immer so gemacht“ hilft Sandburgen bauen ungemein.

Sandburgen bauen hilft die Lächerlichkeitsgrenze zu durchbrechen

„Wie wäre es, wenn du schon einmal anfängst und ich komme gleich nach?“ Mit dieser Frage probieren sich Erwachsene viel zu häufig aus der Affaire zu ziehen – und hoffen dabei insgeheim, dass die Kinder nicht erneut nachfragen. Der einfache Grund hierfür ist die Angst vor der eigenen Lächerlichkeitsgrenze, die sich über die Jahre aufgebaut hat, schließlich könnte man sich ja bis auf die Unterhose blamieren.

Doch denke ich an meine Kindheit zurück, dann bedeutete Sandburgen bauen vor allem eins: dicht am Wasser mit beiden Händen bis zum Gesicht tief in den Matschesand zu greifen und einfach Spaß am Leben zu haben. Eine Lächerlichkeitsgrenze gab es dabei nicht!

Neues zulassen? Sandburgen bauen hilft Altes – in vielerlei Hinsicht – loszulassen

Während bereits Forscher nach der Formel zum perfekten Sandburgen bauen geforscht haben, ist es aus meiner Sicht viel spannender die fertige Sandburg wieder einzureißen und eine neue zu bauen.

In Anbetracht dessen, dass man im Erwachsenenalter oftmals vergessen hat wie einfach es ist, mit etwas Kreativität Neues entstehen zu lassen und dabei auch noch Spaß zu haben, wird sich lieber darauf versteift Altes möglichst zu perfektionieren und bloß nichts in Frage zu stellen.

Doch was es bedeuten kann Altes loszulassen und mit Kreativität Neues entstehen zu lassen, dass haben mehrfach bekannte Unternehmen gezeigt:

Das größte Taxiunternehmen besitzt keine Taxis: Uber
Der größte deutsche Hotelanbieter besitzt keine Hotels: hrs
Der größte Beherbungsanbieter besitzt keine Häuser: AirBNB
Der größte Telefonanbieter besitzt keine Telefoninfrastruktur: Skype
Einer der größten Händler der Welt hat kein Inventar: Alibaba
Der weltgrößte Kinofilm-Inhaber hat keine Kinos: Netflix

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